Kölner Kleinstbesetzung

Barth Roemer laden ein

Kölner Kleinstbesetzung 


Nachbericht 3. Kölner Kleinstbesetzung am 21. April 2018

Eine knappe Woche ist ins Land gegangen seit der dritten Kleinstbesetzung, und erst heute begeben wir uns an diesen Nachbericht.
Das ist auch gut so. Hätten wir das letzten Sonntag getan, stünde hier nur: es war so schön! Zu kaum einer anderen Äußerung waren wir am Tag danach fähig, völlig geflasht von diesem außergewöhnlichen Abend.
Mit einigem Abstand betrachtet ist es noch immer nicht wirklich fassbar, was da passiert, aber bei der Kleinstbesetzung scheinen ein paar günstige Faktoren zusammenzukommen, die so gut ineinander greifen, dass es einfach passt.

Der Ort
Das Gasthaus im ¼ gibt es schon seit – oh weia, jedenfalls war ich noch jung, als ich dort gekellnert und auch immer wieder mit diversen Bands gespielt habe. Damals war’s das „Feez“, und nach zehn Jahren unter Sabines Leitung wird es nun allmählich Zeit, den Zusatz „Ex-Feez“ wegzulassen.
Sabine hat uns diesen Ort mit der schönen kleinen Bühne, dem Säälchen und der guten Atmosphäre nun schon zum dritten Mal überlassen, und anstatt mit ihrem leckeren Essen Umsatz zu generieren, öffnet sie an diesen Abenden ihre Pforten für ein Kleinkunstpublikum. Wir finden das großartig und können uns nicht genug bedanken!

Die Künstler*innen
Mit dieser Ausgabe haben wir uns einen lange gehegten Wunsch erfüllt. Wir haben Danny Dziuk eingeladen – und er hat die Einladung angenommen! Im Vorfeld erreichten uns begeisterte E-Mails. „Danny Dziuk kommt nach Köln? Gibt es noch Karten?“ Wir wissen allerdings auch, dass viel zu viele Menschen den Namen bisher noch nicht kannten. Selbst ein Musikjournalist gab zu, zwar schon viel über Danny, ihn selbst aber bisher noch nicht gehört zu haben.
Nun ließ Danny also mit seinem kongenialen Partner Karl Neukauf die Menschen horchen, staunen, nachdenken und auch immer wieder mal lachen. Ich sag nur: „Das nächste Lied ist über Eifersucht.“
Uns war nichts besseres eingefallen, als in auf dem Plakat als „_der_ Liederschreiber“ anzukündigen, denn wie willst du diesen Ausnahmekünstler beschreiben? – du musst ihn erleben!
Die große Überraschung an diesem Abend war für viele wahrscheinlich KRAZY.
Sie eröffnete das Konzert alleine mit ihrer Gitarre – und ihrem Guiness-Tablett -, und zog das Publikum binnen eines Liedes in ihren Bann. Mit ihrem natürlichen Understatement („Für Virtuosität sind heute Abend andere zuständig.“) und ihrer lakonischen Selbstbetrachtung („Lustiger wird’s bei mir nicht mehr.“) kann KRAZY an die Nieren gehen, und zwar weil sie berührt, tief berührt.
Allerdings gibt sie auch sprachlich gewitzte Einblicke in ihr Leben als Musikerin, sei es, dass die Leute bei Straßenmusik eh nur das hören wollen, was sie sowieso schon kennen, oder die Gigs, bei denen der Lohn aus Nüssen, Bier und Salzstangen bestand.
Und wieder hatten wir Gäste, die sich neben ihren musikalischen Qualitäten als unglaublich nette Menschen herausgestellt haben. Nix da mit Job abliefern, Danke, Tschüss, Auf Wiedersehen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal morgens um fünf ins Bett gegangen bin.

Das Publikum
Es scheint mittlerweile zum Standardrepertoire unserer musikalischen Gäste zu gehören, dass immer wieder Sätze fallen wie „Was ist das denn für ein großartiges Publikum?!“
Ja. Was ist das bloß mit diesem Publikum?
Da ist keine übersättigte Großstadtklientel mit der Attitüde, na los, Künstler, nun zeig mal was du kannst. Nein, da sitzen 120 Menschen mit offenen Ohren und funktionierenden Gehirnen, die Lust haben sich einzulassen und, immer wieder, Neues kennenzulernen. Leute kommen als Wiederholungstäter*innen zur Kleinstbesetzung obwohl oder gerade weil sie noch nie was von den auftretenden Künstler*innen gehört haben.
Euch, liebes Publikum, gebührt unser größter Dank!

Nach der Kleinstbesetzung ist vor der Kleinstbesetzung
Und auch wenn wir den 21. April noch gar nicht richtig verarbeitet haben, machen wir uns schon jetzt so ganz, ganz langsam warm für die vierte Ausgabe am 27. Oktober 2018. Unsere Gäste stehen fest – mehr dazu in Kürze -, und wir können Euch verraten: es wird anders. Ganz anders. Und wir können euch auch verraten: es wird wunderbar!
Karten können ab sofort bei uns vorbestellt werden.







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Am Samstag, dem 14. Oktober 2017, fand die zweite Ausgabe der Kölner Kleinstbesetzung statt.

Wir möchten Danke sagen, tausendfach Danke!
Danke an alle, die zum Gelingen dieses phänomenalen Abends beigetragen haben!
Danke an die Kolleg*innen, Danke an all unsere Auf- und Abbau- und Kassenhelfer*innen,
Danke an die "Gasthaus"-Belegschaft, und vor allen Dingen
Danke an Euch alle, die Ihr freudig und offen Eure Neugierde bewahrt und nach wie vor zu Livekonzerten geht!

Und jetzt lassen wir einfach unsere musikalischen Gäste und einen Teil unseres Publikums sprechen:

"Sach ma, Köln, was war DAS denn gestern? (...)
Danke an Astrid und Philipp, dass Ihr mich vor DIESEM (jawohl: DIESEM*) Publikum habt spielen und dazu noch eine so beeindruckende und sympathische Kollegin wie meike koester habt kennenlernen lassen.
*= das, das alle Plätze besetzt, vom ersten Ton an voll dabei ist und nach dem gemeinsamen Abschlusslied sogar von den Sitzen springt - ich hätte sie gerne alle mitgenommen, aber mit dem Klavier im Auto ist immer so wenig Platz."
(Tim Köhler, Bamberg)

"Tim schreibt mir aus der Seele, genau so war's. Ein Abend zum noch lange von zehren :) Seufz! Ach könnten wir doch in dieser Konstellation (Tim, Astrid, Philipp, DAS Publikum) mal ein paar Tage / Wochen auf Tour gehen.
Herzlichen Dank an Barth | Roemer für die tolle Idee, professionelle Organisation, gesungene Ansagen und prima eigene Musik! Danke an Tim für die tollen Songs und gut gelaunten Ansagen, und Danke an das Publikum für so viel positive Energie, freudige Stimmung und Tätowierbereitschaft. Es ist wieder ein hübsches Sümmchen für Ärzte ohne Grenzen zusammengekommen!"
(meike koester, Braunschweig)

"(...) Euch zu sagen, wie toll mir der Abend wieder gefallen hat. Dass ich Euch toll finde, klaro, ist mir immer wieder eine große Freude. Aber dann auch noch diese Meike Koester, der Hammer, ganz große Klasse! Echt eine große Besetzung, Eure kleine Besetzung."
(Tanja Z., Köln)

"Kleinstbesetzung...
... mit größtem Unterhaltungsfaktor! Ihr Lieben, vielen Dank für diesen zauberhaften Abend! Gott sei Dank kann man reale Erlebnisse wie Livemusik (noch) nicht digitalisieren!"
(Ulla und Jochen H., Köln)

"Danke für einen tollen Kleinkunstabend!"
(Birgit D., Bochum)

"Ja, es war einfach toll!!! Wir waren bestimmt nicht zum letzten Mal dabei!"
(Simone S., Waltrop)

"Eure Gästeauswahl ist immer große Klasse und ihr natürlich auch :-) Wir kommen wieder auch wenn wir eure nächsten Gäste mal wieder nicht kennen, aber wir wissen - es lohnt sich!!!"
(Hans D., Bochum)

 

 

 

 

 

 

  

 

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Nachbetrachtung

 

Sonntag, 23. April 2017

Die erste Kölner Kleinstbesetzung ist vorbei, und wir sind noch völlig beseelt von dem, was da
gestern im Gasthaus im 1/4 geschehen ist. Der Abend hat unsere kühnsten Erwartungen bei
weitem übertroffen

Was hatten wir erwartet?

 

Wir hatten uns ausgemalt, dass wir mit einigen musik- und kleinkunstinteressierten Menschen und drei wunderbaren KollegInnen einen schönen Konzertabend gestalten könnten. So weit, so gut.
Aus den „einigen Menschen“ wurden dann mehr, als wir in unseren kühnsten Träumen zu hoffen gewagt hätten – die Veranstaltung war restlos ausverkauft. Wir mussten sogar Leute wegschicken. Glücklich die, die sich frühzeitig im Vorfeld Karten gesichert hatten, denn ihnen war ein Sitzplatz im Raum direkt vor der Bühne garantiert.

Spätestens, als nach unserem Eröffnungslied KLARA und Mona Roth die Bühne ausfüllten – sowohl mit ihrer Präsenz als auch mit ihrer Musik -, wollte dieses breite Grinsen mein Gesicht nicht mehr verlassen. KLARAs charmant vorgetragenes, durchaus humorvoll hintersinniges Neues Deutsches Chanson traf eine ganze Menge ZuhörerInnen genau dort, wo Musik m.E. treffen sollte: im Herzen und im Hirn. Das war in vielen glänzenden Augenpaaren deutlich zu lesen. Derweil wurde ich den Eindruck nicht los, dass auch KLARAs Endorphinhaushalt ein klein wenig durcheinanderkam. Dies gewiss auch ein Verdienst dieses unglaublich freundlichen, aufmerksamen, höchst interessierten und wohlwollenden Publikums. Nach gefühlten zehn, in Wirklichkeit aber viel zu kurzen 40 Minuten verließen die Damen unter stürmischem Applaus die Bühne.

Kurze Pause.

Markus Segschneider. Ein Mann, eine Gitarre. Und eine Art, diese zu bedienen, dass im besten Sinne nicht mehr klar ist, wo vorne und wo hinten ist. Wo ist der Bass? Wo das Schlagzeug? Und da muss doch mindestens irgendwo noch eine zweite Gitarre sein. – Nein, Markus macht das alles alleine. Wer nun aber auf melodie- und rhythmusfreie, Freejazz-angehauchte Kompositionen gehofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Markus spielt eine wunderschöne Musik, mal zum Träumen, mal zum Staunen. Lediglich die Frage, die mir ein Gast in der Pause stellte, bleibt unbeantwortet im Raum: „Wie macht der das?“ Und dann ist der Künstler auch noch nett - erzählt kleine Geschichten zu den Stücken und hat eine unglaublich sympathische Art dem Publikum gegenüber. Womit wieder einmal bewiesen wäre: wer so richtig gut ist, muss nicht zwangsläufig ein eingebildeter Schnösel sein.

Kurze Pause.

Nun nahmen wir uns die Freiheit, auch noch einen Auszug aus unserem Groove-Chanson-Programm zu spielen. Ob wir gut waren? – Ich hab nicht die blasseste Ahnung. Ob es uns gut getan hat? – Und wie! Weiter vorne habe ich von dem sensationellen Publikum geschwärmt, und nun trug ebenjenes uns auf irgendwelchen Schwingen irgendwo hin. Ich entschuldige mich für diesen pathetisch-poetischen Ausbruch. Es kam gerade so über mich.

Wie kann ich den grandiosen Abschluss dieses denkwürdigen Abends adäquat beschreiben? KLARA, Mona, Markus, Philipp und ich zusammen auf einer Bühne, die für Kleinstbesetzungen optimal und für fünf Leute angenehm kuschelig ist. Wir spielten einfach noch zwei Lieder zusammen, und das drückte genau das aus, was wir erreicht haben wollten: mit drei wunderbaren KollegInnen einen schönen Konzertabend gestalten.

Résumé:
Wir hatten großartige Gäste, wir hatten mit Neuem Deutschem Chanson, Fingerstyle Gitarre und Groove Chanson eine spannende musikalische Mischung, wir hatten eine wunderbare Bühne an einem herrlichen Veranstaltungsort, wir hatten Kein Kölsch für Nazis, und wir hatten das beste Publikum der Welt.
Ich glaube, so etwas hat einen Namen. Es heißt Glück.

Nachsatz:
Wir wollen wieder glücklich sein. Deshalb haben wir die zweite Kölner Kleinstbesetzung auf den 14. Oktober 2017 terminiert.